Digitalisierung Keltisches Zangentor 2021

Digitalisierung des Bodendenkmals “keltisches Zangentor” 2021

Mit dem QR-Code auf dieser Info-Tafel können die Besucher über Smartphons umfangreiche Informationen abfragen.

Zielgruppe ist die Bevölkerung der beiden Regionen “Stuttgart” und “Neckar-Alb” und Touristen; sowie Wanderer des Hauptwanderweges des Albvereins (der direkt durch dieses Zangentor führt) aus Deutschland und Europa. Die Gemeinden der Region Heidengraben sind in dieses Projekt eingebunden.

Der Mehrwert der Digitalisierung liegt in den umfangreichen Informationen direkt vor Ort (mit Texten, Bildern und Sprache) über digitale Geräte, wie Smartphons. Der Heidengraben ist das größte keltische Oppidum in Festland Europa. Gleichzeitig wird das Interesse der Bevölkerung der Umgebung an ihrer eigenen Geschichte geweckt.

Der Mehrwert wird durch zusätzlich aufzustellenden Bänken noch erhöht, weil sich die Besucher in Ruhe die Informationen anhören und anschauen können. (2 Bänke sind bei diesem Projekt eingeplant)

Das Projekt “Keltisches Zangentor” wurde letztes Jahr mit Unterstützung von DVA, Gemeinde Erkenbrechtsweiler und FAKT e.V. restauriert. Die Besucher sehen die Pfostenmauer und das mit 6 hohen Pfosten angedeutete Tor. Es fehlen aufklärende Informationen. Wir können keine Personen für Informationen “rund um die Uhr” am Tor einsetzen. Deshalb ist die Digitalisierung, die heute in vielen Museen (usw) bereits selbstverständlich ist, auch bei diesem Projekt ein echter Vorteil.

Erstellung einer medialen Präsentation zur Vermittlung des keltischen Tores G in Erkenbrechtsweiler.

Das Angebot beinhaltet die Erstellung einer medialen Präsentation des Tores G über einen Internetauftritt. Hierbei erhalten die Besucher und Besucherinnen über einen im Bereich des Tores bereitgestellten QR-Code Zugang zu der Online vorgehaltenen Medienpräsentation, die über die Geschichte des Tores G informiert. Die mediale Präsentation ist zur Nutzung mit Endgeräten in Form von Smartphones und Tablets ausgelegt, die von den Besuchern und Besucherinnen selbst mitgebracht werden. Es sind somit keine technischen Geräte und Installationen vor Ort erforderlich. Die Datennutzung erfolgt über das zur Verfügung stehende Handyfunknetz. Die Medienpräsentation beinhaltet Texte, Bilder und Videosequenzen, die zusammen mit dem Auftraggeber noch zu bestimmen sind. Hierzu gehört auch eine zu erstellende Rekonstruktion der keltischen Toranlage und der Darstellung dieser Anlage aus verschiedenen Blickwinkeln.

Fachliche Stellungnahme – Digitales Vermittlungskonzept Heidengraben Tor G
Im Jahr 2020 konnte die Instandsetzung der Teilrekonstruktion des nördlich von Erkenbrechtsweiler
gelegenen Tors G der Heidengrabenbefestigung realisiert werden.
Damit wurde ein prominenter Punkt im Bereich des spätkeltischen Heidengrabens
wieder für die Öffentlichkeit begeh- und begreifbar gemacht.
Bei der Vermittlung der Bedeutung des Heidengrabens als Großdenkmal von europäischem
Rang gehört das Tor G zum festen Bestandteil bei allen Geländeführungen.
Hier kann exemplarisch die typische Befestigungsarchitektur der keltischen Zeit
nachvollzogen werden, wobei sowohl Originalbefunde (Pfostenstandspuren, Mauerschichten)
als auch rekonstruierte Elemente ein anschauliches Bild der Befestigungsarchitektur
vermitteln.
In einem weiteren Schritt wäre es nun sehr wünschenswert und für die Öffentlichkeit
bedeutsam, die Vermittlung des Erscheinungsbilds des einstmals sicherlich mächtigen
Torbaus auf moderne, digitale Art und Weise in Angriff zu nehmen.
Eine 1:1-Rekonstruktion des Torgebäudes auf dem Originalbefund ist aus unterschiedlichen
Gründen nicht zu realisieren. Mithilfe digitaler Technik allerdings wäre es
dennoch möglich, einen Gesamteindruck der Anlage zu vermitteln, ohne dass in den
Befund weiter eingegriffen wird. Es könnten ferner szenische und atmosphärische
Effekte in die Rekonstruktion einbezogen werden.
Die Herangehensweise mittels Virtual/Augmented Realtity wäre ein Meilenstein in der
Vermittlungsstrategie am Heidengraben und eine mehr als wünschenswerte und sub-
stantielle Ergänzung der digitalen Didaktik, die dank der neu programmierten App des
Keltenerlebnispfades seit Kurzem zu Verfügung steht.
Vielversprechend scheint auch der Ansatz mittels fest installierter Panoramaszenen
das ehemalige Befestigungswerk wieder in der 3. Dimension sichtbar und erlebbar zu
machen, ohne dass direkt ein digitales Endgerät zum Einsatz kommen muss.
Insgesamt betrachtet kann festgehalten werden, dass mit einem innovativen Ansatz
zur Vermittlung dreidimensionaler Rekonstruktionen im Gelände der vorhandenen
Teilrekonstruktion zusätzliche Attraktivität verliehen werden kann. Diese würde sicherlich
nicht unerheblich zur Attraktivitätssteigerung eines wichtigen Bereichs des
einstmals knapp 10 Kilometer langen Befestigungswerks des Heidengrabens als
größte keltische Stadtanlage auf dem europäischen Kontinent beitragen.
Eine zusätzliche digitale Inwertsetzung von Tor G hätte großräumige Strahlkraft und
könnte als innovatives Projekt Modellcharakter bei der Vermittlung des kulturhistorischen
Erbes in der Region auch für andere Destinationen erlangen.
gez.
Dr. Bofinger
Landeskonservator